Kurzantwort

CONWIP begrenzt die innerhalb einer definierten Linie freigegebene Arbeit. Ein artikelbezogener Kanban-Kreis erlaubt dagegen den Nachschub eines bestimmten Artikels oder Behälters. Beide brauchen klare Grenzen, Einheiten und Freigaberegeln. Keine der Methoden wählt allein den richtigen Produktmix oder beschafft fehlendes Material. Dieses fiktive Ereignisprotokoll vergleicht eine linienweite Auftragsgrenze mit lokalen Nachschubsignalen. Es trennt Gutabschlüsse, Ausschuss und ungenutzte Freigabekapazität, statt eine Methode grundsätzlich für besser zu erklären.

Kernaussagen

Benennen, was jede Karte oder Grenze freigibt.

Linienweiten Umlaufbestand über Abschlüsse und Ausschuss abstimmen.

Material und Priorität vor dem Belegen eines freien Platzes prüfen.

JSONEreignisprotokoll zur Auftragsfreigabe herunterladen

JSON mit fiktiven Freigabe- und Abschlussereignissen, Regelannahmen und Leerfeldern für Grenzen, Einheiten, Prioritäten und Ergebnisse.

Grenze und Freigabeeinheit festlegen

Die ursprüngliche CONWIP-Arbeit von Spearman, Woodruff und Hopp beschreibt eine Pull-Alternative, die den Umlaufbestand über eine Linie hinweg begrenzt. Kanban hat verschiedene Formen. Dieser Vergleich nutzt einen artikelbezogenen Nachschubkreis entsprechend der Kanban-Definition des Lean Enterprise Institute.

Unsere illustrative CONWIP-Grenze umfasst freigegebene Aufträge in allen Warteschlangen, Bearbeitungen und Nacharbeiten bis zu einem definierten Abschlussereignis. Die Grenze beträgt 3 offene Aufträge, nicht 3 Teile oder 3 Behälter. Eine lokale Kanban-Karte im Vergleich gibt dagegen einen definierten Behälter eines Artikels frei. Ohne diese Einheiten lassen sich Kartenzahlen nicht vergleichen.

Die Grenze durch ein kurzes Ereignisprotokoll verfolgen

Zum Zeitpunkt null sind J1, J2 und J3 innerhalb der Linie offen. Der Umlaufbestand entspricht damit der Grenze von 3 Aufträgen. J4 und J5 warten außerhalb. In Minute 5 endet J1 mit Gutabschluss. Damit wird ein Freigabeplatz frei. Für J4 ist Material bereit; er wird ausgewählt und freigegeben. Damit sind wieder 3 Aufträge offen.

In Minute 7 wird J2 nach der ausdrücklichen Beispielregel endgültig als Ausschuss abgeschlossen. Er zählt nicht mehr als offen; der Umlaufbestand beträgt nun 2. Für J5 fehlt auch in Minute 8 Material, deshalb wird kein neuer Auftrag freigegeben. Ein freier Platz rechtfertigt keinen Arbeitsbeginn ohne Voraussetzungen.

Auftragsbilanz innerhalb dieser GrenzeOffene Aufträge = anfangs offene + neue Freigaben − Gutabschlüsse − Ausschussabschlüsse − Stornierungen

3 + 1 − 1 − 1 − 0 = 2 offene Aufträge. Die beiden abgeschlossenen Aufträge sind keine zwei Gutabschlüsse. Nacharbeit innerhalb der Grenze bleibt offen.

EreignisOffene Aufträge danachGutabschlüsse kumuliertAusschussaufträge kumuliert
Anfang J1, J2, J3300
Gutabschluss J1210
Freigabe J4310
Endgültiger Ausschuss J2211
J5 ohne Material; keine Freigabe211

Mit einem artikelbezogenen Nachschubsignal vergleichen

Ein Kanban-Signal für einen geleerten A-Behälter erlaubt A-Nachschub im festgelegten Kreis. Es erlaubt nicht automatisch B, nur weil ein anderes Produkt wartet. Ein linienweiter Platz kann eine Auswahl unter bereiten Aufträgen nach einer gesonderten freigegebenen Prioritätsregel zulassen.

Diese Flexibilität kann bei wechselndem Mix helfen, schafft aber eine eigene Auswahlfrage. Wer den einfachsten A-Auftrag freigibt, während ein zugesagter B-Auftrag wartet, kann die Grenze einhalten und dennoch den Kundenbedarf verfehlen. Die Grenze begrenzt offene Arbeit. Für die Produktauswahl braucht es zusätzlich eine eigene Regel.

Eine fiktive CONWIP-Ereignisfolge hält eine Grenze von 3 Aufträgen ein und trennt einen Gutabschluss, einen Ausschussabschluss und einen wartenden Auftrag ohne Material.
Die Grenze begrenzt offene Aufträge. Sie macht weder Ausschuss zu Gutteilen noch den nächsten Auftrag bereit. Diagramm in voller Größe öffnen

Nacharbeit, Teilungen und Abschlussereignisse ausdrücklich definieren

Werden Aufträge in mehrere Verfolgungseinheiten geteilt, legen Sie fest, wie die Grenze diese zählt. Braucht ein verschrotteter Auftrag Ersatz, benötigt dieser nach der festgelegten Regel eine neue Freigabe. Geben Sie eine Karte nicht doppelt zurück und zählen Sie ein repariertes Teil nicht zugleich als offenen Auftrag und neue Freigabe.

Der Download nutzt unteilbare Aufträge und endgültigen Ausschuss, damit die Rechnung prüfbar bleibt. Bei stark abweichenden Arbeitsplänen und Aufwänden kann eine reale Linie eine Grenze nach Arbeitsbelastung benötigen, statt jeden Auftrag gleich zu zählen. Little’s Law verlangt passende Grenzen und vergleichbare stationäre Bedingungen. Dieses kurze Protokoll schätzt keine mittlere Durchlaufzeit.

  1. Die begrenzte Größe definieren

    Aufträge, Behälter, Teile oder Arbeitsbelastung sowie genaue Start- und Endgrenze wählen.

  2. Berechtigung und Priorität festlegen

    Beschreiben, wie Kapazität frei wird und wie ein bereiter Auftrag ausgewählt wird.

  3. Alle Grenzereignisse erfassen

    Freigaben, Gutabschluss, Ausschuss, Nacharbeit und Storno ohne Doppelzählung abstimmen.

  4. Mix und Störungen prüfen

    Kundenausbringung, Durchlaufzeit und Lieferleistung unter realistischen Bedingungen vergleichen, bevor die Regel geändert wird.

Die Regel passend zu den Nachschubbedingungen wählen

Stabiler Wiederholbedarf und klare lokale Nachschubkreise können artikelbezogene Signale begünstigen. Ein wechselnder Mix kann andere Freigabe- und Prioritätsregeln verlangen. Das sind Gestaltungsfragen, keine allgemeine Rangliste aus dem fiktiven Protokoll.

Nutzen Sie die Kanban-Berechnung zur Dimensionierung eines physischen Nachschubkreises und die Produktionsreihenfolgeplanung für Auftragstermine. Mehr Karten, weil eine Station wartet, können die Warteschlange bloß verlagern.

Die Regel statt ihres Namens prüfen

Messen Sie akzeptierte Kundenausbringung, Durchlaufzeitverteilung, Fehlbestände, Mix und Umlaufbestand unter vergleichbaren Bedingungen. Bewahren Sie Anfangszustand und Störungen auf. Auch ein Simulationsvergleich braucht Validierung und genügend Wiederholungen für die Entscheidung.

Das Ereignisprotokoll ist ein Lehrbeispiel, kein gemessener Produktvergleich. Legen Sie mit dem Download zuerst die genaue Freigaberegel fest, bevor Sie Alternativen vergleichen.

Ein ergänzendes Beispiel von Abolfazl

Einem Behälter und seinem rücklaufenden Nachschubsignal folgen.

Ergänzende Notiz lesen

Auf Englisch im persönlichen Blog von Gründer Abolfazl. Ergänzende Lektüre, keine unabhängige technische Quelle.

Praxis-Checkliste

  • Linie und Abschlussgrenze definieren.
  • Freigabeeinheit benennen.
  • Grenze oder artikelbezogene Kartenregel festlegen.
  • Material und Qualifikation vor der Freigabe prüfen.
  • Mixpriorität gesondert festlegen.
  • Gutausbringung und Ausschuss getrennt abstimmen.
  • Interne Nacharbeit innerhalb der gewählten Grenze belassen.
  • Regeln anhand von Kundenergebnissen und validierten Nachweisen vergleichen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Quellen und Vertiefung

Maßgebliche Referenzen für Recherche und Prüfung dieses Leitfadens.